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Die Faszination des Perforierens


Eine ruhige Hand, Konzentration und jede Menge Geduld braucht man, wenn man sich für dieses ungewöhnliche Kunsthandwerk entscheidet: das Eierperforieren. 

Alle diese Eigenschaften brachte die Eitorferin Angelika Schledz mit, als sie vor sechs Jahren damit anfing. Außerdem kam ihr die berufliche Erfahrung zugute – als Maschinenbauingenieurin konstruierte sie Sondermaschinen und neben dem nötigen technischen Verständnis hatte sie auch Erfahrung mit Werkzeugen. „Angefangen hat alles kurz vor meinem Ruhestand“, erzählt sie. „Ich sah in einer Zeitschrift ein Bild von einem perforiertem Ei und war sofort begeistert.“ Sie hat viel recherchiert, sich spezielle Werkzeuge angeschafft, ausgeblasene Eierschalen angekauft und nach und nach Übung erlangt. 

Heute hat sie für ihr Hobby einen komplett ausgestatteten Arbeitsraum mit feinen Werkzeugen, die nach Perforierung und der Schalendicke ausgewählt und in ein hochdrehendes Multifunktionsgerät mit biegsamer Welle und Spannzange eingesetzt werden. Es ist gar nicht so einfach, sich für das richtige Motiv zu entscheiden, das später technisch umsetzbar ist. Dieses überträgt sie dann mit einem Bleistift auf das ausgeblasene Ei. Mit einem Kegelstift wird die Kontur eingraviert und ausgefräst, und danach wird punktuell vorgebohrt und perforiert. Ist das Ei nach vielen Arbeitsstunden fertig, kommt der heikelste Part: die innere
Haut an den Kanten entfernen. Je filigraner das Motiv, umso leichter kann dabei etwas wegbrechen. Die hohe Konzentration lässt maximal drei Stunden Arbeit am Stück zu. 

Mit viel Freude perforiert Angelika Schledz Gänse-, Nandu-, Emu- und Straußeneier zu fantasievollen Kunstwerken, die mit ihren hauchfeinen Löchern an Klöppelspitze erinnern. Sehen konnte man sie bisher auf vielen Märkten und Ausstellungen, z.B. bei dem Kunsthandwerkermarkt in der historischen Altstadt in Zons. 

Text: Drahomira Hampl
Foto: Jiri Hampl

 

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