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IHR LANDSTYLE MAGAZIN

Frank Herzog
„Krähe mit Apfelbutzen in Streuobstwiese”, 2020, 
Präparat, Holz, Ölfarbe

Wir müssen was verändern!

Auf den Klimawandel und seine Folgen für die Natur wollen gerade viele aufmerksam machen. Zum Glück, denn sonst steuern wir auf ein Riesenproblem zu, das vor allem die junge Generation später beschäftigen wird. Dazu entstehen überall verschiedene Aktionen und Projekte. Eins davon ist die Streuobstgemeinde Molsberg und Umgebung – 1.000 Obstbäume für eine nachhaltige Zukunft!, welches die Masgeik-Stiftung im letzten Jahr ins Leben gerufen hat. Das Projekt wird durch das Ministerium für Umwelt, Energie, Ernährung und Forsten Rheinland-Pfalz (MUEEF) im Rahmen der Aktion Grün gefördert.

Auf künstlerischer Ebene geht man das Thema mit der Trilogie-Ausstellung Change! an. Der Initiator dieser Ausstellung, Emmanuel Walderdorff, Besitzer der gleichnamigen Galerie auf dem Hofgut Molsberg erzählt: „Aus der Idee, das Projekt der Masgeik Stiftung künstlerisch zu begleiten, ist das großartige Kunstprojekt Change! entstanden, welches wiederum durch die Bundesinitiative NeuStartKultur und die Stiftung Kunstfonds gefördert wird. Ich freue mich über die Synergien zwischen Kunst und Ökologie.“ 

1. Einzelausstellung Restholzveredelung mit Frank Herzog (18.04. - 11.07.2021) 

Strukturwandel in der Westerwälder Kulturlandschaft der Streuobstwiesen. 

Im Zuge des Strukturwandels traditioneller Kulturlandschaften, zu denen auch die Streuobstwiesen gehören, werden viele alte Obstbäume nicht mehr gepflegt und das Obst bleibt ungeerntet. Hierbei geht es um mehr als nur die traurige Verschwendung von Nahrungsmitteln, denn ohne die Pflege steht die Existenz von Streuobstwiesen als einzigartiger Lebensraum und wesentlich prägendes Element unseres Landschaftsbildes auf dem Spiel. Alte Bäume werden durch Schnittmaßnahmen erhalten, viele neue Obstbäume gepflanzt und somit alte Obstsorten vor dem Verschwinden gerettet. 

Es ist jedoch letztlich dieser Hintergund, der den Westerwälder Künstler Frank Herzog zum perfekten Botschafter der Angelegenheit macht, oder umgekehrt formuliert: Erst durch ihn wird die Streuobstwiese zu einer thematischen Folie, auf der sich seine geniale Beobachtungsgabe und der unvergleichbare Humor entfalten konnten. Als Chronist des Alltags bringt er Dinge und Phänomene, die oft nicht mehr wahrgenommen werden, in den Fokus. Zu Skulpturen verwandelt bekommen sie mit einem neuen Kontext auch neue Aufmerksamkeit.

2. Einzelausstellung „Terra incognita“ des Künstlerpaars Stepanek & Maslin
(09.05. - 11.07.2021) 

Die Künstlerin Alice Stepanek und der Künstler Steven Maslin haben sich über einen Zeitraum von dreißig Jahren der malerischen Umsetzung von Natur und Landschaft gewidmet. Zu den grundlegenden Merkmalen ihrer Arbeit zählt die Erkenntnis, dass es angesichts der Vielfältigkeit der Natur nicht um Abbildung, sondern viel mehr um Wahrnehmung gehen muss. Ihre fast fotorealistischen Arbeiten reichen vom Fernblick bis hin zur Struktur der Baumrinde. Es sind Landschaften bei Tag und bei Nacht, mit oder ohne künstliche Lichtquelle, Ansichten auf der Wiese liegend oder unter Geschwindigkeit beim Reisen, Doppellandschaften als Erinnerungskonstrukt bis hin zu utopischen Landschaften als Idealisierung unserer Träume. 

Zu unserem Bedauern hat das Künstlerpaar seine gemeinsame künstlerische Arbeit aufgegeben. Wir wollen ihnen eine letzte Einzelausstellung widmen, da wir der Überzeugung sind, dass sie zu den besten Landschaftsmalern des 21. Jahrhunderts zählen. 

3. Gruppenausstellung „HochStand“ (30.05. - 11.07.2021)

Künstler:innen: Heike Kati Barath, Oliver Gather, Jan Gmeinhardt, Hubertus Hess, Sarah Iremonger, Paul Mayer, Minyoung Park, Beate Passow, Hans Pfrommer, Philipp Schönborn 

In der Kunst ist das Thema Jagd gut verwurzelt. Während sich das damit verbundene Interesse in früheren Zeiten meist einseitig auf eine Natur richtete, die der Mensch sich unterworfen hat, taucht die Jagd im Zeitgenössischen unter kontroversen Vorzeichen auf. 

Der Hochsitz übt als Motiv dabei einen besonderen Reiz aus, da er gerade wegen seiner oft merkwürdigen Architektur, seiner Präsenz in der Landschaft und seiner mörderischen Funktion die verschiedensten Aspekte des Themas in sich vereint. Entsprechend unterschiedlich sind auch die gedanklichen Zugänge der Künstler:innen, die sich motivisch mit dem Hochstand befassen. Die Ausstellung will dem umstrittenen Thema ideologiefrei begegnen, aber durch die Kunst neue Gedankengänge auslösen und somit eine Auseinandersetzung ermöglichen. 

 

Text: Drahomira Hampl

Text/Bildquelle: Emmanuel Walderdorff

 

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