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1891klingt schon sehr lange her. So lange, dass man sich die Zeit gar nicht richtig vorstellen kann. Doch die Firma JOST hat ihre Wurzeln weit in der Vergangenheit. Aus der einstigen kleinen Sattlerei in Köln wurde ein starkes, erfolgreiches Familienunternehmen, das seit 2002 den Namen JOST trägt. Mit seinen hochwertigen, in Europa produzierten Taschen, Börsen und Rucksäcken aus europäischen Ledern und Geweben hat JOST von Anfang an Trends im Fashion-Bereich gesetzt. Und auch wenn sich die Designs verändert haben, der Spirit ist geblieben: hochwertige Handarbeit, qualitativ herausragende Materialien und ein authentisch-eigenständiger Stil. 

Family first

Es ist beeindruckend, dass das Taschen-Business bereits ein Jahrhundert lang in der Familie weitergegeben wird und bis heute so gut läuft. Der Geschäftsführer und  Namensgeber Dietmar Jost ist zugleich der Designer hinter der Marke. Während seine Frau Beate den Retail-Bereich mit Mono- und Multibrand-Stores leitet, kümmert sich Tochter Josefine um das Produktmanagement und Dietmars jüngerer Bruder Hubertus um Buchhaltung und Personalwesen. Da verwundert es nicht, dass der zweite Geschäftsführer Robert Adolf ein sehr guter Freund der Familie ist.

Während andere durchaus froh sind, bei der Arbeit Pause von der Familie zu haben, werden bei JOST die Kraft und der Zusammenhalt der Verwandtschaft genutzt. So gelingt es, dem geschäftlichen Handel einen langfristigen Horizont zu verleihen. „In einem Familienunternehmen denkt man oft für mehrere Generationen. Für uns ergeben sich auf ganz natürliche Weise sehr nachhaltige Entscheidungen“, sagt Josefine Jost. Und das ist eins der Hauptmerkmale ihrer Philosophie: die Nachhaltigkeit. Zwar ist die Auseinandersetzung miteinander oft aufwändiger, doch die Haltung zur Arbeit und den Vorfahren bleibt bestehen.

Von der Idee zur Umsetzung

Zuallererst muss der Entwurf her. Die Inspiration dafür kommt oftmals auf Reisen, vor allem auf den Rohwarenmessen in Italien, aber auch auf Messen und Fashion Shows in Paris und in den immer relevanter werdenden skandinavischen Großstädten. Und dann sind da ja noch die sozialen Medien. 

Lange vor der jeweiligen Saison berät man sich mit verschiedenen Gremien zu Farb- und Materialtrends, und wenn das Grundgerüst steht, beginnt das Schaffen. Bei der Entstehung neuer Modelle orientiert man sich oft auch an älteren Produkten und Designdetails aus dem Archiv – der Vorteil einer langen Unternehmensgeschichte. „Der Mix aus traditioneller Funktionalität und moderner Design- und Materialsprache gehört zu unserer Marken-DNA“ erzählt uns Josefine Jost. „Wir übergeben unsere Entwürfe an unsere Produktionspartner und erhalten in der Regel sechs bis acht Wochen später erste Muster, mit denen wir dann bis zur Fertigstellung der finalen Muster weiterarbeiten.“ Nach Beginn des Prozesses kann es anderthalb Jahre dauern, bis die Kunden die Ware im Geschäft kaufen können.

X-Change Bag

Eine der wohl beliebtesten Taschen ist die X-Change-3in1-Tasche. Die Shopper-Tasche kann nämlich in der Hand oder als Rucksack getragen oder umgehängt werden. Dank der Funktionalität und des lässigen Designs sieht jede Tragweise schick aus. Hier gilt ganz klar das Motto „Weniger ist mehr“, mit dem JOST eine nachhaltige Tasche geschaffen hat. Es gibt sie in verschiedenen Größen von Mini bis L, sowie unterschiedlichen Farben und Materialien. Wer lieber auf Leder verzichtet, hat die Wahl zwischen Filz und Nylon. Smart, oder? 

Neben der X-Change Bag gibt es eine große Auswahl an Rucksäcken, Taschen, Reisegepäck und Accessoires, deren Serien nach skandinavischen Städte benannt sind. Denn wie bereits erwähnt, fühlt sich JOST der skandinavischen Designsprache sehr nahe und verleiht seinem Style einen nordischen Touch.

Vom Design zum Kunden

Der Hauptsitz von JOST und das eigene Service- und Reparaturcenter befinden sich in Hachenburg. Hier werden die Taschen entworfen, bevor sie hergestellt und verkauft werden. Produziert wird bei Partnerunternehmen, die sich ebenfalls zu Nachhaltigkeit und Fairness verpflichtet haben. Nach Abschluss der Produktion geht’s ab zum Verkauf in großen internationalen Kaufhäusern, natürlich aber auch in Deutschland und vor allem online, besonders jetzt. Die wohl beste Auswahl hat man im Flag-Ship-Store Berlin, der seit 2007 dank seiner Lage nicht nur Touristen und Geschäftsleute anzieht, sondern auch die Berliner selbst. Außerdem stellt Jost auf den relevantesten Mode- und Lederwarenmessen in Tokio, Berlin und Mailand aus.

What’s next?

Für den eigenständigen Charakter, die hochwertige Verarbeitung und die charmante Leichtigkeit der Taschen gewann JOST bereits Design Awards – was kann da noch groß kommen, außer die Krise zu überstehen; mit neuem Innovationsgeist gestärkt aus ihr hervorzukommen? Zurzeit beschäftigt sich die Firma mit der Verbesserung ihrer Lieferwege und mehr denn je mit dem Thema Nachhaltigkeit. Auch die nächste Kollektion ist schon in Vorbereitung. Momentan arbeitet man mal zu Hause, mal in kleiner Besetzung im Büro – JOST scheint ready zu sein, was auch immer kommen mag.

 

Text: Janika Hampl

Fotos: Jost

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