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IHR LANDSTYLE MAGAZIN

Nein, eigentlich gehört es nicht hierher. Ich wollte auch nie darüber schreiben, viel zu privat, und wen interessiert’s… Aber die Zeiten ändern sich, und angesichts des Taktierens, des halbherzigen Tuns und engagierten Nichtstuns der westlichen Staatsmänner muss ich kurz meine Geschichte erzählen.

Ich komme aus einem kleinen Land, das früher Tschechoslowakei hieß. Auch kleine Länder haben das Recht auf ein selbstständiges Dasein, zumindest theoretisch. Praktisch sieht es anders aus. Die Tschechoslowakei beispielsweise wurde erstmalig 1938 zum Spielball der Mächtigen. Für den vermeintlichen Frieden mit einem Diktator wurde das Land trotz Verträgen verraten und verkauft – von den westlichen Partnern. Nach dem zweiten Weltkrieg haben dieselben Mächte Osteuropa an einen anderen Diktator verschenkt. In meinem Heimatland wurde ein Marionettenregime eingesetzt, danach folgten politische Säuberungen. Meine Familie war auch betroffen, wir verloren alles. Mein Großvater verschwand in den Zellen des tschechischen Gulags. Als 1968 die russischen Panzer in Prag einrollten und wie wild um sich schossen, zeigte sich der Westen zwar bestürzt, aber ansonsten galt business as usual. Das Land wurde nicht mit Bomben zerstört, es wurde „nur” moralisch zerbombt. Und dieser Zustand dauerte abermals zwanzig Jahre. Die Parole der KP war „Mit der Sowjetunion auf ewige Zeiten”. Zum Glück dauerten die ewigen Zeiten doch nicht so lange... Und jetzt stehen wir vor einem neuen Problem: Das „Reich des Bösen”, wie Ronald Reagan es nannte, schlägt zurück.

Was ich damit sagen will? Nur, dass ich verstehe, dass die Ukrainer für ihre Freiheit kämpfen. Dass sie nicht aufgeben können, weil sie wissen, was sie erwartet. Dass sie verzweifelt nach Hilfe rufen und dass ich ihre Enttäuschung nachvollziehen kann, wenn sie nur sieben Panzer ohne Munition bekommen. Und ich frage mich, wie viele Diktatoren braucht es noch, bis wir begreifen, dass man mit ihnen keine faulen Geschäfte macht?

Im neuen Heft haben wir das Thema Garten. Der Garten ist ein ruhiger Ort, an dem man die Welt ringsum vergessen kann. Genießen Sie die Zeit in Ihrem Garten und lesen Sie darüber ab Seite 18.

Unsere Reise führt diesmal nach Salzburg. Eine Stadt, die nicht unbedingt für junge Leute gemacht ist, für Touristen allerdings schon. Oder für Pensionäre, nur muss die Rente entsprechend hoch sein.

In diesem Jahr wird endlich wieder der Siegburger Keramikmarkt stattfinden. Wir haben die Keramikerin Ines Hasenberg besucht, die den Markt maßgeblich mit ihrer Erfahrung und ihrem Wissen prägt. Ihre Werke können Sie ab Seite 38 sehen.

Ich wünsche Ihnen viel Spaß beim Durchblättern des Magazins. 

Übrigens, die Sonnenblume hat nicht nur mit dem Thema Garten zu tun. Sie ist die ukrainische Nationalblume. 

Jiri Hampl

Herausgeber

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Sommer 2022

Onlineausgabe

ab 01.06.2022 

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